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Saarländisches Rettungsdienstgesetz (SRettG)

Inhaltsübersicht
Abschnitt 1
Allgemeine Regelungen
§ 1 Geltungsbereich
§ 2 Aufgaben
§ 3 Rettungsdienstfahrzeuge
§ 4 Personal
Abschnitt 2
Rettungsdienst
§ 5 Träger
§ 6 Organisation
§ 6a Grenzüberschreitender Rettungsdienst
§ 6b Wasserrettung
§ 7 Rettungsleitstelle
§ 8 Durchführung
§ 9 Ausgabentragung
§ 10 Leistungsentgelte
§ 11 Beirat
Abschnitt 3
Zulassung von Unternehmern und Unternehmerinnen zum Krankentransport
§ 12 Genehmigungspflicht
§ 13 Umfang der Genehmigung
§ 14 Genehmigungsbehörden
§ 15 Anwendung des Personenbeförderungsgesetzes
§ 16 Voraussetzungen der Genehmigung
§ 17 Nebenbestimmungen
§ 18 Rücknahme und Widerruf der Genehmigung
§ 19 Betriebspflicht, Einsatzbereitschaft
§ 20 Leistungspflicht
Abschnitt 4
Informationsverarbeitung, Qualitätssicherung
§ 21 Datenschutz
§ 21a Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, ärztliche Leiterin Rettungsdienst und Qualitätssicherung
Abschnitt 5
Schlussvorschriften
§ 22 Verwaltungsvorschriften
§ 23 Ordnungswidrigkeiten
§ 24 Übergangsregelungen
§ 25 In-Kraft-Treten, Außer-Kraft-Treten

Saarländisches Rettungsdienstgesetz (SRettG)
vom 09.02.94 (Amtsbl_03,170),
in der Fassung der Bekanntmachung vom 13.01.04 (Amtsbl_04,170)
zuletzt geändert durch Art.5 Abs.38 iVm Art.14 des Gesetzes Nr.1632 zur Reform der saarländischen Verwaltungsstrukturen
vom 21.11.07 (Amtsbl_07,2393)
Allgemeines 1-4
§_1 SRettG
Geltungsbereich
1Dieses Gesetz regelt Notfallrettung und Kranken-transport als öffentliche Aufgabe (Rettungsdienst) sowie die Zulassung von Unternehmern und Unternehmerinnen zum Krankentransport.
2Es gilt nicht für
1.
Beförderungen von kranken und behinderten Personen, die während des Transportes keiner fachgerechten medizinischen Hilfe oder Betreuung bedürfen;
2.
Beförderungen innerhalb des Geländes einer medizinischen Behandlungseinrichtung mit eigenen Fahrzeugen und eigenem Persona;
3.
Beförderungen mit betriebseigenen Fahrzeugen und betriebseigenem Personal im Zusammenhang mit Maßnahmen, die im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung ergriffen werden.
§§§
§_2 SRettG (F)
Aufgaben
(1) 1Der Rettungsdienst ist eine Aufgabe der Gefahrenabwehr und der Gesundheitsvorsorge.
2Er hat die bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Notfallrettung und Krankentransport sicherzustellen.
(2) 1Gegenstand der Notfallrettung ist es, Notfallpatienten oder Notfallpatientinnen am Notfallort medizinisch zu versorgen, die Transportfähigkeit herzustellen und sie unter medizinisch-fachlicher Betreuung in eine für die weitere Versorgung geeignete Einrichtung zu befördern.
2Sie umfasst auch die Beförderung von Notfallpatienten oder Notfallpatientinnen zu weiterführenden diagnostischen Einrichtungen und geeigneten Behandlungseinrichtungen unter intensivmedizinischen Bedingungen (Intensivtransport).
3Notfallpatienten oder Notfallpatientinnen sind Personen, die sich infolge Verletzung, Krankheit oder aus sonstigen Gründen entweder in Lebensgefahr befinden oder bei denen schwere gesundheitliche Schäden zu erwarten sind, wenn sie nicht unverzüglich medizinische Hilfe erhalten.
4Zur Notfallrettung gehört auch die Bewältigung von Notfallereignissen unterhalb der Katastrophenschwelle mit einer größeren Anzahl von Verletzten oder Kranken (1).
5Notfallrettung ist ausschließlich eine öffentliche Aufgabe.
(3) Gegenstand des Krankentransports ist die Beförderung von Kranken, Verletzten oder sonst hilfsbedürftigen Personen, die keine Notfallpatienten oder Notfallpatientinnen sind, und die fachgerechte Betreuung durch dafür qualifiziertes Personal.
(4) Der Rettungsdienst kann weitere Aufgaben der Gesundheitsvorsorge übernehmen, wenn dadurch die rettungsdienstlichen Aufgaben nicht beeinträchtigt werden und die Erstattung des Aufwandes geregelt ist.
§§§
§_3 SRettG
Rettungsdienstfahrzeuge
(1) Für den Rettungsdienst sind Krankenkraftwagen, Notarzt-Einsatzfahrzeuge und Luftfahrzeuge einzusetzen.
(2) 1Krankenkraftwagen sind Fahrzeuge, die für die Notfallrettung oder den Krankentransport besonders eingerichtet und nach dem Fahrzeugschein als Krankenkraftwagen anerkannt sind (Krankentransportwagen, Notfallkrankenwagen, Rettungswagen).
2NotarztEinsatzfahrzeuge sind Fahrzeuge mit spezieller Ausstattung zum Transport des Notarztes oder der Notärztin und der medizinisch-technischen Ausstattung an den Einsatzort.
(3) Rettungsdienstfahrzeuge müssen den allgemein anerkannten Regeln der Technik und dem Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechen.
(4) Rettungsdienstfahrzeuge einschließlich des Rettungsmaterials sowie des Gerätes zur Lagerung und zum Transport von Verletzten oder Erkrankten sind Rettungsmittel.
§§§
§_4 SRettG (F)
Personal
(1) 1Rettungsdienstfahrzeuge sind im Einsatz mit mindestens zwei fachlich und gesundheitlich geeigneten Personen zu besetzen.
2Bei der Notfallrettung hat mindestens ein Rettungsassistent oder eine Rettungsassistentin, beim Krankentransport mindestens ein Rettungssanitäter oder eine Rettungssanitäterin den Patienten oder die Patientin zu betreuen.
3Eine im Krankenkraftwagen als Fahrer oder Fahrerin eingesetzte Person ist fachlich geeignet, wenn sie zumindest über eine abgeschlossene Sanitätsausbildung verfügt.
4Notarzt-Einsatzfahrzeuge sind neben dem Notarzt oder der Notärztin mit einem Rettungsassistenten oder einer Rettungsassistentin zu besetzen.
5Rettungshuhschrauber müssen neben dem Piloten oder der Pilotin mit einem Rettungsassistenten oder einer Rettungsassistentin, der oder die eine für den Einsatz auf Luftrettungsmitteln erforderliche Zusatzausbildung abgelegt hat, und einem Notarzt oder einer Notärztin besetzt sein.
(2) 1Für die Notfallrettung ist die erforderliche Zahl von Notärzten und Notärztinnen sicherzustellen.
2Der Notarzt oder die Notärztin muss über die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin verfügen.
3Er oder sie kann dem Personal im Einsatz in fachlichen Fragen Weisungen erteilen.
(3) 1Wer Notfallrettung oder Krankentransport betreibt, ist verpflichtet, für eine regelmäßige Fortbildung des Personals zu sorgen.
2Die Fortbildung hat sieh darauf zu richten, dass das Personal den aktuellen medizinischen und technischen Anforderungen gerecht wird.
3Das Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales (1) wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Ministerium für Inneres und Sport durch Rechtsverordnung Vorschriften zu erlassen über Inhalt, Dauer und Durchführung der Fortbildung sowie über das Anerkennungs- und Prüfungsverfahren.
(4) 1Das Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales (1) wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (2) durch Rechtsverordnung Vorschriften zu erlassen über die Ausbildung und Prüfung von Rettungssanitätern und Rettungssanitäterinnen sowie über die Anerkennung entsprechender Befähigungsnachweise von Staatsangehörigen der übrigen EU-Mitgliedstaaten oder diesen gleichgestellten Personen.
§§§
A-2 Rettungsdienst 1-4
§_5 SRettG (F)
Träger
(1) 1Der Rettungsdienst ist eine den Landkreisen und dem Regionalverband (2) Saarbrücken übertragene staatliche Aufgabe.
2Die Landkreise und der Regionalverband (2) Saarbrücken hilden einen Rettungszweckverband.
3Die Aufsieht führt das Ministerium für für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1).
(2) 1Notfallrettung und Krankentransport mit Luftfahrzeugen sind eine Aufgabe des Landes, die dem Ministeriuni für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1) obliegt.
2Ihre Durchführung kann ganz oder teilweise Dritten übertragen werden.
§§§
§_6 SRettG (F)
Organisation
(1) Mit Zustimmung des Ministeriums für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1) regelt der Rettungszweckverhand den Auf- und Ausbau des Rettungsdienstes und legt die Standorte der notwendigen Rettungswachen und die Art und Zahl der zur Notfallrettung notwendigen Rettungsdienstfahrzeuge so fest, dass ein leistungsfähiger und wirtschaftlicher Einsatz des Rettungsdienstes sichergestellt ist.
(2) 1Die Rettungswachen halten die notwendigen Rettungsdienstfahrzeuge und das notwendige Personal einsatz- und abrufbereit.
2Rettungswachen sind soweit möglich in Krankenhäusern unterzubringen.
3Vor dem Neu-, Um- oder Erweiterungsbau von Krankenhäusern ist zu prüfen, oh sie den Rettungsdienst aufnehmen können.
4Der Rettungszweckverhand trifft durch Vereinbarungen mit den Krankenhausträgern Vorsorge, dass in ihren Krankenhäusern Ärzte und Ärztinnen für Einsätze im Rettungsdienst einsatzbereit sind.
(3) 1Die Notfallrettung ist so zu planen, dass ein geeignetes Rettungsmittel jeden an einer öffentlichen Straße gelegenen Notfallort innerhalb einer Hilfsfrist von zwölf Minuten erreichen kann und die Hilfsfrist grundsätzlich in 95 vom Hundert aller an einer öffentlichen Straße zu erwartenden Notfalleinsätze eingehalten werden kann.
2Satz 1 gilt nicht für die Vorhaltung zur Bewältigung von Notfallereignissen mit einer größeren Anzahl von Verletzten oder Kranken (2) und nicht für den Intensivtransport.
3Die Hilfsfrist umfasst den Zeitraum vom Eingang einer Notfallmeldung hei der zuständigen Rettungsleitstelle bis zum Eintreffen eitles geeigneten Rettungsmittels am Notfallort.
(4) Vor Entscheidungen über Neu- und Erweiterungsinvestitionen für den Rettungsdienst, die sich auf die Betriebskosten auswirken, sind die Krankenkassen oder deren Verbände und der Verband der privaten Krankenversicherung eV - Landesausschuss Saarland - zu hören.
§§§
§_6a SRettG (F)
Grenzüberschreitender Rettungsdienst
(1) (1) 1Die Regelung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rettungsdienst ist eine Aufgabe des Landes.
2Vereinbarungen, die Auswirkungen auf das Einsatzgebiet und das Einsatzpotenzial des bodengebundenen Rettungsdienstes im Saarland haben, erfolgen unter Beteiligung des Rettungszweckverbandes.
(2) (2) Im Ausland zum Straßenverkehr zugelassene Rettungsmittel stehen im grenzüberschreitenden Einsatz im Inland zum Straßenverkehr zugelassenen Rettungsmitteln gleich.
§§§
§_6b SRettG
Wasserrettung
Die Organisation und die Durchführung des Wasserrettungsdienstes regelt der Rettungszweckverhand mit geeigneten Trägern durch Vereinbarung.
§§§
§_7 SRettG (F)
Rettungsleitstelle
(1) 1Der Rettungszweckverband ist Träger der Rettungsleitstelle.
2Er kann die Rettungsleitstelle selbst betreiben oder eines seiner Mitglieder oder eine Gemeinde mit der Durchführung dieser Aufgabe beauftragen.
3Die Rettungsleitstelle kann gemeinsam mit einer Feuerwehreinsatzzentrale betrieben werden.
4Die Rettungsleitstelle lenkt alle Rettungseinsätze im ganzen Land.
5Sie kann dazu dem im Rettungsdienst eingesetzten Personal Weisungen erteilen.
6Sie muss ständig betriebsbereit und mit geeignetem Personal ausgestattet sein.
7Mit der Lenkung rettungsdienstlicher Einsätze beauftragte Personen müssen die Qualifikation als Rettungsassistent oder Rettungsassistentin haben und sind regelmäßig fortzubilden.
8Die Rettungsleitstelle arbeitet mit den Krankenhäusern, den für den vertragsärztlichen Notdienst zuständigen Stellen, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, der Polizei, den Hilfsorganisationen und der Feuerwehr zusammen und wirkt im Katastrophenschutz mit.
(2) 1Die Rettungsleitstelle führt einen zentralen Bettennachweis und eine Übersicht über die bei einem größeren Schadensereignis verfügbaren Versorgungs- und Behandlungskapazitäten.
2Die Krankenhäuser sind verpflichtet, der Rettungsleitstelle die hierfür notwendigen Meldungen zu machen.
3Die Rettungsleitstelle unterrichtet bei Notfällen die Krankenhäuser über eine bevorstehende Aufnahme.
4Die Rettungsleitstelle führt eine Übersicht über die vertragsärztlichen Notdienste.
(3) Das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (2) wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales (1) durch Rechtsverordnung inhalt und Verfahren der von den Krankenhäusern abzugehenden Meldungen zu regeln.
(4) 1Die Rettungsleitstelle ist Einsatzzentralc des Hausnotrufsystems und veranlasst Hilfe in Notfallen.
2Die Rettungsleitstelle kann weitere Aufgaben, insbesondere die Alarmierung des vertragsärztlichen Notdienstes, durch Vereinbarung übernehmen.
(5) ...(3)
§§§
§_7a ILSG (F)
Integrierte Leitstelle (1)
(1) Für die Errichtung und den Betrieb einer Integrierten Leitstelle gelten die Vorschriften des Gesetzes über die Errichtung und den Betrieb der Integrierten Leitstelle des Saarlandes.
(2) Nach Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle des Saarlandes übernimmt diese die Aufgaben der Rettungsleitstelle nach § 7.
§§§
§_8 SRettG (F)
Durchführung
(1) 1Der Rettungszweckverband überträgt die Durchführung des Rettungsdienstes durch öffentlich-rechtlichen Vertrag Hilfsorganisationen (Arheiter-Samariter-Bund. Deutsche Lehens-Rettungs-Gesellschaft, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfallhilfe, Malteser-Hilfsdienst), Gemeinden oder sonstigen Dritten (Beauftragte).
2Eine Mitwirkung im Rettungsdienst ist mit einer konkurrierenden Betätigung im Krankentransport außerhalb des Rettungsdienstes unvereinbar.
3Bei Bedarf kann der Rettungszweckverband eigene Einrichtungen des Rettungsdienstes schaffen und betreiben.
(2) 1Der Rettungszweckverhafld beaufsichtigt die mit der Durchführung des Rettungsdienstcs Beauftragten.
2Betreibt der Rettungszweckverband die Rettungsleitstelle nicht selbst, gilt Satz 1 für den Betreiher der Rettungsleitstelle entsprechend.
3Die Aufsicht erstreckt sich auf die Rechtmäßigkeit und Zweckmäßigkeit der Durchführung.
4Der Rettungszweckverband kann hierzu Weisungen erteilen.

5Bei Aufgaben, die den Bereich der Gesundheitsverwaltung berühren, sind diese Behörden zu beteiligen.
(3) 1Wird die Neu- oder Wiederbesetzung eines Rettungswachenbereichs erforderlich, so erfolgt zu diesem Zweck eine öffentliche Ausschreibung durch den Rettungszweckverband.
2Der Rettungszweckverband hat hei der Entscheidung eine effektive und wirtschaftliche Leistungserbringung zu berücksichtigen.
(4) 1Der Rettungszweckverband hat ausreichende Vorbereitungen für die Sicherstellung des Rettungsdienstes bei Notfallereignissen mit einer größeren Anzahl von Verletzten oder Kranken (2) zu treffen.
2Soweit in die Vorbereitungen Einsatzmittel und Einsatzpersonal des Katastrophenschutzes einbezogen werden, erfolgt dies in Absprache mit den Katastrophenschutzbehörden.
3Für das Einsatzpersonal des Katastrophenschutzes gilt hei Einsätzen im Rettungsdienst Abschnitt 5 des Gesetzes über den Brandschutz, die Technische Hilfe und den Katastrophenschutz im Saarland (3) entsprechend.
4Der Rettungsdienst mit Fahrzeugen, die ausschließlich für Katastrophen oder Notfallereignisse mit einer größeren Anzahl von Verletzten oder Kranken (2) vorgehalten werden, ist von der Beschränkung in § 2 Abs.2 Satz 5 ausgenommen.
(5) 1Die rettungsdienstliche Einsatzorganisation bei Großschadensereignissen wird von der Einsatzleitung Rettungsdienst geführt.
2Der Einsatzleitung Rettungsdienst gehören der Leitende Notarzt oder die Leitende Notärztin und der Organisatorische Leiter oder die Organisatorische Leiterin an.
3Sie haben für ihren jeweiligen Aufgabenbereich ein Weisungsrecht gegenüber den Einsatzkräften.
4Die Bestellung der Einsatzleitung Rettungsdienst erfolgt durch den Rettungszweckverband.
(6) Das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1) erlässt allgemeine Verwaltungsvorschriften insbesondere über die Einsatzorganisation und vorbereitende Maßnahmen einschließlich einer Medikamentenbevorratung zur Sicherstellung des Rettungsdienstes bei Notfallereignissen mit einer größeren Anzahl von Verletzten oder Kranken (2).
§§§
§_9 SRettG (F)
Ausgabentragung
(1) 1Zu den Ausgaben für die Errichtung der zur Notfallrettung notwendigen Rettungswachen und deren Ausstattung gewähren das Land und der Rettungszweckverband einen Zuschuss zu je 25 vorn Hundert.
2Gleiches gilt für die erstmalige Beschaffung und für die Ersatzbeschaffung der zur Notfallrettung notwendigen Rettungsdienstfahrzeuge.
(2) 1Das Land gewährt ml Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel Zuschüsse zu den notwendigen Ausgaben für die kommunikations- und informationstechnische Ausstattung, die fernmeldetechnischen Infrastruktureinrichtungen sowie die Datenverarheitungsprogramme der Rettungsleitstelle.
(3) Das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1) wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Ministerium der Finanzen (2) Verwaltungsvorschriften über die Zuschüsse des Landes nach den Absätzen 1 und 2 zu erlassen.
(4) Die Aufgaben der Rettungsleitstelle nach § 7 Abs.4 werden gegen Kostenerstattung erbracht.
(5) Die Ausgaben für den Arztlichen Leiter Rettungsdienst oder die Ärztliche Leiterin Rettungsdienst und die Einsatzleitung Rettungsdienst sind Kosten des Rettungsdienstes.
§§§
§_10 SRettG (F)
Leistungsentgelte
(1) 1Für die nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen ansatzfähigen Kosten des Rettungsdienstes einschließlich der Rettungsleitstelle und der Rettungsmittel, die den Trägern und Leistungserbringern im Rahmen der bedarfsgerechten Aufgabenerfüllung bei sparsamer und wirtschaftlicher Betriebsführung entstehen und nicht durch Zuschüsse nach § 9 Abs.1 und 2 oder durch Kostenerstattung nach § 9 Abs.4 gedeckt sind, werden Leistungsentgclte erhoben.
2Die Leistungsentgelte werden einheitlich für das Saarland zwischen dem Rettungszweckverhand mit den Krankenkassen oder deren Verbänden und dem Verband der privaten Krankenversicherung eV - Landesausschuss Saarland - so vereinbart, dass die jeweiligen Kosten der Notfallrettung und des Krankentransports (2) gedeckt sind.
3Bei Kostenüher- oder Kostenunterdeckung auf Grund von Leistungsabweichungen oder unterschiedlichen Kostenstrukturcn führt der Rettungszweckverhand einen angemessenen Ausgleich zwischen den Beauftragten durch.
(2) 1Kommt eine Vereinbarung nach Absatz 1 Satz 2 innerhalb von einem Monat nach Ablauf der Entgeltvereinbarung nicht zu Stande, setzt der Rettungszweckverband die Gebühren durch Satzung nach den Vorschriften des Kommunalabgabengesetzes fest.
2Die Gebühren sind so festzusetzen, dass eine bedarfs- und fachgerechte rettungsdienstlichc Versorgung unter Zugrundelegung einer sparsamen und wirtschaftlichen Betriebsführung gewährleistet wird.
3Vor der Festsetzung sind die Krankenkassen oder deren Verbände und der Verband der privaten Krankenversicherung eV - Landesausschuss Saarland - zu hören.
4Die Satzung bedarf der Genehmigung des Ministeriums für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1).
5Bis zum In-Kraft-Treten der Satzung gelten die zuletzt gültigen Leistungsentgelte weiter.
(3) 1Die Leistungsentgelte für den Rettungsdienst mit Luftfahrzeugen werden vom Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1) mit den Krankenkassen oder deren Verbänden und dem Verband der privaten Krankenversicherung eV - Landesausschuss Saarland - vereinbart.
2Kommt eine Vereinbarung nicht zu Stande, setzt das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1) die Leistungsentgelte durch Verordnung fest.
3Absatz 2 Sätze 2 und 3 gelten entsprechend.
§§§
§_11 SRettG (F)
Beirat
(1) 1Das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (2) beruft einen Beirat für den Rettungsdienst.
2Dem Beirat obliegt die Beratung des Ministeriums für Inneres, Familie, Frauen und Sport (2) in allen Fragen des Rettungsdienstes.
(2) 1Dem Beirat gehören an je ein Vertreter oder eine Vertreterin
1.
des Ministeriums für Inneres, Familie, Frauen und Sport (2).
2.
des Ministeriums der Finanzen (3),
3.
des Ministertums fur Bildung, Kultur und Wissenschaft,
4.
des Ministeriums für Justiz, Gesundheit und Soziales (1).
5.
des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit (4),
6.
der Gesundheitsämter,
7.
der Arztekammer des Saarlandes,
8.
des Rettungszweckverbandes Saar,
9.
der im Rettungsdienst tätigen Beauftragten und der im Katastrophenschutz anerkannten Hilfsorganisationen,
10.
des Saarländischen Städte- und Gemeindetages,
11.
des Landkreistages Saarland,
12.
der Allgemeinen Ortskrankenkasse für das Saarland,
13.
der Landesvertretung des Verbandes der Angestelltenkrankenkassen, zugleich für den Arbeiter-Ersatzkassen-Verband.
14.
der Landwirtschaftlichen Krankenkasse für das Saarland,
15.
des Verbandes der BKK-JKK Arbeitsgemeinschaft Saarland,
16.
des Verbandes der privaten Krankenversicherung eV - Landesausschuss Saarland -,
17.
der Berufsgenossenschaften,
18.
der Bundesknappschaft,
19.
der Unfallkasse Saarland,
20.
der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland,
21.
des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Landesbezirk Saar,
22.
der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände eV,
23.
der Saarländischen Krankenhausgesellschaft,
24.
des Landesverhandes Verkehrsgewerbe Saarland eV,
25.
des Bundesverhandes Eigenständiger Krankentransport- und Sanitätsllilfsdienste eV,
26.
der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Notärzte eV,
27.
des Marburger Bundes.
2Die Berufung der unter den Nummern 6 bis 27 genannten Mitglieder erfolgt durch das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (2) auf Vorschlag der nach Gesetz oder Satzung zuständigen Organe.
3Das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (2) hat den Vorsitz im Beirat.
4Es erlässt die Geschäftsordnung und führt die laufenden Geschäfte des Beirats.
(3) 1Die Mitglieder des Beirats üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich für die Dauer von fünf Jahren aus.
2Mitglieder, deren Zugehörigkeit zu den von ihnen vertretenen Körperschaften, Anstalten und Vereinigungen vorzeitig endet, scheiden aus.
3Für den Rest der Amtszeit wird ein neues Mitglied berufen.
(4) Zu den Beratungen des Beirats können Vertreter oder Vertreterinnen weiterer Behörden, Anstalten oder Vereinigungen sowie andere fachkundige Personen hinzugezogen werden.
§§§
A-3 Zulassung 12-20
§_12 SRettG (F)
Genehmigungspflicht
(1) 1Wer Krankentransport außerhalb des öffentlichen Rettungsdienstes betreiben will (Unternehmer oder Unternehmerin), muss im Besitz einer Genehmigung sein.
2Der Unternehmer oder die Unternehmerin hat den Betrieb in eigenem Namen, unter eigener Verantwortung und für eigene Rechnung zu führen.
3Eine Genehmigung ist auch erforderlich für eine Erweiterung oder eine wesentliche Änderung des Betriebs.
(2) Von der Genehmigungspflicht ausgenommen ist Krankentransport mit Fahrzeugen, die ausschließlich für den Katastrophenfall oder für Notfallereignisse mit einer größeren Anzahl von Verletzten oder Kranken (2) vorgehalten werden.
(3) Das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1) kann durch Rechtsverordnung weitere Ausnahmen von der Genehmigungspflicht zulassen, wenn die ordnungsgemäße Durchführung von Krankentransport gewährleistet ist.
§§§
§_13 SRettG
Umfang der Genehmigung
(1) 1Die Genehmigung wird dem Unternehmer oder der Unternehmerin für seine oder ihre Person (natürliche oder juristische Person) und für die Ausübung von Krankentransport im Betriehsbereich erteilt.
2Die Genehmigung umfasst die Art der einzelnen Krankenkraftwagen und Luftfahrzeuge unter Angabe ihrer amtlichen Kennzeichen.
(2) Betriebsbereich des Krankenkraftwagens im Sinne dieses Gesetzes ist das Saarland.
§§§
§_14 SRettG (F)
Genehmigungsbehörden
(1) 1Genehmigungshehörden sind die Landkreise und im Regionalverband (2) Saarbrücken die Landeshauptstadt Saarbrücken.
2Sie erfüllen die Aufgabe als staatliche Aufgabe (Auftragsangelegenheit).
3Den Landkreisen bleibt das Recht vorbehalten, eine Zusammenfassung von Genehmigungsbereichen nach den Vorschriften des Gesetzes über die kommunale Gemeinschaftsarbeit zu vereinbaren.
4aÖrtlich zuständig ist die Genehmigungsbehörde, in deren Bezirk das Unternehmen seinen Sitz hat;
4bhat das Unternehmen seinen Sitz außerhalb des Landes, ist das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1) zuständig.
(2) 1Für die Genehmigung des Krankentransports mit Luftfahrzeugen ist das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1) zuständig.
2Die luftverkehrsrechtliche Zulassung und Genehmigung bleiben unberührt.
§§§
§_15 SRettG
Anwendung des Personenbeförderungsgesetzes
(1) 1Soweit die Vorschriften dieses Gesetzes keine anderen Regelungen treffen, gelten für Antragstellung, Verfahren, Inhalt der Genehmigung, Genehmigungsurkunde, Rechtsfolgen heim Tod des Unternehmers oder der Unternehmerin, Haftung sowie für die Aufsicht über den Unternehmer oder die Unternehmerin die §§ 12, 15, 17, 19, 23, 54 und 54a des Personenbeförderungsgesetzes entsprechend.
(2) 1Im Antrag ist anzugehen, welcher Standort für den Krankenkraftwagen oder das Luftfahrzeug vorgesehen ist.
2Der Standort wird in die Genehmigungsurkunde aufgenommen.
§§§
§_16 SRettG (F)
Voraussetzungen der Genehmigung
(1) 1Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn
1.
die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Betriebs gewährleistet sind, insbesondere die Qualifikation des vorgehaltenen Personals sichergestellt ist.
2.
keine Tatsachen vorliegen, welche die Unzuverlässigkeit des Antragstellers oder der Antragstellerin als Unternehmer oder Unternehmerin oder der für die Führung der Geschäfte bestellten Person dartun.
3.
1der Antragsteller oder die Antragstellerin als Unternehmer oder Unternehmerin oder die für die Führung der Geschäfte bestellte Person fachlich geeignet ist.
2Die fachliche Eignung wird durch Anlegung einer Prüfung oder durch eine angemessene Tätigkeit in einem Unternehmen nachgewiesen, das die beantragte Art der Tätigkeit zum Gegenstand hat.
2Den Wegfall wesentlicher Voraussetzungen nach Nummer 1 und 3 hat der Unternehmer oder die Unternehmerin der Genehnligungshehörde mitzuteilen.
(2) 1Die Genehmigung ist zu versagen, wenn zu erwarten ist, dass durch ihren Gebrauch die Funktionsfähigkeit des öffentlichen Rettungsdienstes gefährdet wird.

2Eine Gefährdung liegt dann vor, wenn durch die Genehmigung die Vorhaltung des öffentlichen Rettungsdienstes an Krankentransportwagen weniger als die Hälfte der Gesamtvorhaltung von öffentlichen Rettungsdienst und genehmigten Krankentransportwagen von privaten Unternehmern und Unternehmerinnen beträgt.
3Grundlage der Entscheidung der Genehmigungshehörde ist ein vom Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (2) zu führendes Verzeichnis der Zahl der Krankentransportwagen des öffentlichen Rettungsdienstes und der genehmigten Krankentransportwagen von privaten Unternehmern und Unternehmerinnen.
4Die Sätze 1 bis 3 gelten nicht für die Neuerteilung abgelaufener Genehmigungen und den Austausch von Krankentransportwagen, soweit der Genehmigungsumfang unverändert bleibt.
(3) 1Bei der Erteilung der Genehmigungen sind Neubewerber und Neubewerberinnen und vorhandene Unternehmer und Unternehmerinnen angemessen zu berücksichtigen.
2Innerhalb der Gruppen sollen die Antragsteller und Antragstellerinnen nach der zeitlichen Reihenfolge des Eingangs der Anträge berücksichtigt werden.
3Einem Antragsteller oder einer Antragstellerin darf jeweils nur eine Genehmigung erteilt werden, sofern nicht mehr Genehmigungen erteilt werden können als Antragsteller und Antragstellerinnen vorhanden sind.
(4) Das Ministerium Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (2) wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales (1) und dem Ministerium für Wirtschaft durch Rechtsverordnung die erforderlichen Vorschriften zu erlassen über
1.
aden Nachweis der Genehmigungsvoraussetzungen nach Absatz 1 Nr.1 bis 3;
bdarin können insbesondere Vorschriften enthalten sein über die Voraussetzungen, unter denen ein Betrieb als leistungsfähig anzusehen ist, über die Zuverlässigkeit des Unternehmers oder der Unternehmerin oder der für die Führung der Geschäfte bestellten Person sowie über die Voraussetzungen, unter denen eine Tätigkeit angemessen ist, über den Prüfungsstoff, den Prüfungsausschuss und das Prüfungsverfahren;
caußerdem kann bestimmt werden, in welchen Fällen Unternehmer oder Unternehmerinnen, Inhaber oder Inhaberinnen von Abschlusszeugnissen für staatlich anerkannte Aushildungsberufe und Absolventen oder Ahsolventinnen von Hoch- und Fachschulen vom Nachweis der angemessenen Tätigkeit oder der Ablegung einer Prüfung befreit werden;
2.
den Betrieb des Unternehmens, insbesondere über die Sicherheit und Ordnung des Betriebs, die Anforderungen an die Ausrüstung, die Beschaffenheit und die Untersuchungen der Fahrzeuge sowie die gesundheitlichen Anforderungen mit der Maßgabe, dass das im Krankentransport eingesetzte Personal auch dann seine Tätigkeit nicht ausüben darf, wenn es oder Angehörige seiner häuslichen Gemeinschaft krank, krankheitsverdächtig, Ausscheider oder ausscheidungsverdächtig im Sinne von § 2 des Infektionsschutzgesetzes sind:
3.
die Allforderungen an die Befähigung, Eignung und das Verhalten des Personals sowie über die Bestellung, Bestätigung und Prüfung von Betriebsleitern oder Betriebsleiterinnen sowie deren Aufgaben und Befugnisse.
§§§
§_17 SRettG
Nebenbestimmungen
(1) 1Die Genehmigung kann unter Bedingungen und Auflagen erteilt werden.
2Die Genehmigung kann insbesondere mit Auflagen versehen werden, welche
1.
die dem Unternehmer oder der Unternehmerin obliegende Betriebs- und Beförderungspflicht sowie die Einsatzbereitschaft näher bestimmen,
2.
die Einhaltung bestimmter Wartezeiten vorschreiben,
3.
die ordnungsgemäßen gesundheitlichen und hygienischen Verhältnisse einschließlich einer sachgerechten Desinfektion und Dekontamination im Unternehmen zum Ziel haben.
4.
die Zusammenarbeit der Unternehmer und Unternehmerinnen untereinander und mit den für den Rettungsdienst zuständigen Stellen regeln.
5.
den Unternehmer oder die Unternehmerin verpflichten, die Beförderungsaufträge und deren Abwicklung zu erfassen und die Aufzeichnung auf bestimmten Zeit aufzubewahren.
(2) Die Genehmigung ist dem Unternehmer oder der Unternehmerin für die Dauer von höchstens vier Jahren zu erteilen.
§§§
§_18 SRettG
Rücknahme und Widerruf der Genehmigung
(1) 1Die Genehmigungshehörde hat die Genehmigung zurückzunehmen, wenn bei ihrer Erteilung eine der Voraussetzungen nach § 16 nicht vorgelegen hat oder zu widerrufen, wenn eine dieser Voraussetzungen nachträglich weggefallen ist.
2Die erforderliche Zuverlässigkeit des Unternehmers oder der Unternehmerin ist insbesondere nicht mehr gegeben, wenn in seinem oder ihrem Betrieb trotz schriftlicher Mahnung
1.
die im Interesse der öffentlichen Sicherheit erlassenen Vorschriften nicht befolgt werden oder
2.
den Verpflichtungen zuwidergehandelt wird, die dem Unternehmer oder der Unternehmerin nach diesem Gesetz oder nach den auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsvorschriften obliegen.
(2) Die Genehmigungshehörde kann die Genehmigung insbesondere widerrufen, wenn der Unternehmer oder die Unternehmerin die ihm oder ihr gesetzlieb obliegenden arbeitsrechtlichen, sozialrechtlichen oder die sich aus seinem oder ihren Unternehmen ergehenden steuerrechtlichen Verpflichtungen wiederholt nicht erfüllt hat.
2Auf Verlangen der Genehmigungsbehörde hat der Unternehmer oder die Unternehmerin den Nachweis der Erfüllung dieser Verpflichtungen zu führen.
(3) Im Übrigen bleiben die Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes über die Rücknahme und den Widerruf von Verwaltungsakten unberührt.
§§§
§_19 SRettG
Betriebspflicht, Einsatzbereitschaft
(1) Der Unternehmer oder die Unternehmerin ist verptlichtet, den Betrieb ordnungsgenläß einzurichten und während der Dauer der Genehmigung entsprechend aufrechtzuerhalten.
(2) Die Genehmigungshehörde kann denl Ullternellmer oder der Unternehmerin für die Aufnahme des Betriebs eine Frist setzen.
(3) Der Unternehmer oder die Unternehmerin hat die Erreichbarkeit und Einsatzbereitsellaft seines oder ihres Betriebs während der festgesetzten Betriehszeiten sicherzustellen.
§§§
§_20 SRettG
Leistungspflicht
(1) Krankentransport darf nur durchgeführt werden. wenn der Ausgangs- oder Zielort im Betriehshereich liegen, Weisungen der Rettungsleitstclle bleiben unberührt.
(2) Der Unternehmer oder die Unternehmerin ist im Rahmen der ihm oder ihr erteilten Genehmigung zum Krankentransport verpflichtet, wenn
1.
der Ausgangspunkt innerhalb des Betriebsbereichs des Krankenkraftwagens oder des Luftfahrzeuges liegt und
2.
dies nicht durch Umstände verhindert wird, die der Unternehmer oder die Unternehmerin nicht abwenden konnte.
(3) Die Beförderung darf nicht deshalb abgelehnt werden, weil ein rechtswirksanler Vertrag nicht vorliegt oder die Entrichtung des Entgelts nicht gesichert Ist.
(4) 1Der im Krankentransport tätige Unternehmer oder die im Krankentransport tätige Unternehmerin ist zu Einsätzen in der Notfallrettung verpflichtet, wenn ihn oder sie die Rettungsleitstelle hierzu beauftragt.
2Die Notfallrettung hat Vorrang vor dem Krankentransport.
§§§
A-4 Invormationsverarbeitung 21-21a
§_21 SRettG (F)
Datenschutz
(1) Für die Verarbeitung personenhezogener Daten gelten die Bestimmungen des Saarländischen Datenschutzgesetzes.
(2) Die Übermittlung personenbezogener Daten ist nur zulässig, wenn der oder die Betroffene eingewilligt hat, ein Gesetz die Übermittlung erlaubt oder soweit dies erforderlich ist
1.
zur Versorgung des Patienten oder der Patientin.
2.
zur Durchfüllrung der Abrechnung.
3.
zur Durchsetzung von Leistungsentgelten gegenüber dem oder der Betroffenen.
4.
zur Unterrichtung von Angehörigen, soweit der oder die Betroffene nicht einen gegenteiligen Willen kundgetan hat oder sonstige Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine Übermittlung nicht angebracht ist.
§ 13 Abs.3 des Saarländischen Datenschutzgesetzes bleibt unberührt.
(3) (1) 1Bei der Rettungsleitstelle eingehende Anrufe dürfen ohne Einwilligung des Anrufers oder der Anruferin zur Dokumentation des Notfallgeschehens auf Tonträger aufgezeichnet werden.
2Die Daten sind grundsätzlich nach drei Monaten zu löschen.
3Eine weitere Speicherung ist zulässig, wenn die Aufzeichnungen voraussichtlich noch als Beweismittel benötigt werden.
(4) Die bei der Dokumentation anfallenden Daten können innerhalb des Rettungsdienstes in nicht patientenbezogener Form für Zwecke der Qualitätssicherung und Effizienzkontrolle ausgewertet werden.
§§§
§_21a SRettG (F)
Arztlicher Leiter Rettungsdienst, Arztliche Leiterin Rettungsdienst und Qnalitätssicherung
(1) 1Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst oder die Arztliche Leiterin Rettungsdienst wird auf Vorschlag des Ministeriums für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1) durch den Rettungszweckverband bestellt.
2Der Vorschlag erfolgt im Benehmen mit der Arztekammer des Saarlandes und der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland.
3Der Arztliche Leiter Rettungsdienst oder die Ärztliche Leiterin Rettungsdienst muss über die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin verfügen.
4Eine Abberufung des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst oder der Ärztlichen Leiterin Rettungsdienst ist nur aus wichtigem Grund und nur mit Zustimmung des Ministeriums für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1) möglich.
(2) 1Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst oder die Ärztliche Leiterin Rettungsdienst hat den Stand der Qualitätssicherung im medizinischen Bereich des Rettungsdienstes festzustellen, den sieh daraus ergehenden Weiterentwicklungsbedarf zu benennen, eingeführte Qualitätssicherungsmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin zu bewerten und Empfehlungen für eine an einheitlichen Grundsätzen ausgerichtete Qualitätssicherung im Rettungsdienst einschließlich ihrer Umsetzung zu erarbeiten.
2Zur Erfüllung seiner oder ihrer Aufgaben kann der Ärztliche Leiter Rettungsdienst oder die Ärztliche Leiterin Rettungsdienst von den im Rettungsdienst mitwirkenden Personen und Stellen nicht patientenbezogene Auskünfte, Aufzeichnungen und aktuelle Dokumentationen verlangen.
(3) 1Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst oder die Ärztliche Leiterin Rettungsdienst soll insbesondere
1.
den Rettungszweckverhand bei allen medizinischen Fragen und bei Entscheidungen über Zahl, Standort und Ausstattung von rettungsdienstlichen Einrichtungen fachlich beraten und unterstützen;
2.
im Zusamnlenwirken mit dem Rettungszweckverband und den Katastrophenschutzbehörden die Grundlagen für eine effektive medizinisch-organisatorische Planung und Leitung des rettungs- und sanitätsdienstlichen Instrumentariums bei Notfallereignisse mit einer größeren Anzahl von Verletzten oder Kranken (2) schaffen;
3.
im Zusammenwirken mit dem Rettungszweckverband, den mit der Notfallrettung Beauftragten und den Notärzten und Notärztinnen eine weitgehend einheitliche pharmakologische und medizin-technische Ausstattung und Ausrüstung der Fahrzeuge festlegen;
4.
auf der Grundlage von Dokumentationen die Einsatzstrategien und das Einsatzgeschehen in der Rettungsleitstelle oder Integrierten Leitstelle (3) überwachen und zusammen mit dem Rettungszweckverhand durch Fortschreibung der Dispositionsanweisungen und gezielter Fort- und Weiterbildung des Personals optimieren;
5.
auf der Grundlage von Dokumentationen die Versorgung der Notfallpatienten und Notfallpatientinmen durch ärztliches und nichtärztliches Personal überwachen und zusammen mit dem Rettungszweckverband und den Notärzten und Notärztinilen Empfehlungen für ärztliches Personal sowie Behandlungsrichtlinien für nichtärztliches Personal erarbeiten;
6.
gewonnene Erkenntnisse gezielt in die Fort- und Weiterbildung des Rettungsdienstpersonals und der Notärzte und Notärztinnen einbringen sowie als Anregungen an die Ausbildungsstätten geben.
2Empfehlungen und Vorschläge des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst oder der Arztlichen Leiterin Rettungsdienst an den Rettungszweckverband zu medizinischen Fragen und zu Zahl, Standort oder Ausstattung Voll rettungsdienstlichen Einrichtungen sind von der Verbandsversammlung hei nächster Gelegenheit zu behandeln.
(4) Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst oder die Ärztliche Leiterin Rettungsdienst erstellt jährlich einen Bericht über den Stand der Qualitätssicherung im Rettungsdienst.
§§§
A-5 Schluss 22-25
§_22 SRettG (F)
Verwaltungsvorschriften
Die zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Verwaltungsvorschriften erlässt das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1).
§§§
§_23 SRettG
Ordnungswidrigkeiten
(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
1.
entgegen § 4 Abs.1 Personal einsetzt, das die fachlichen Anforderungen nicht erfüllt,
2.
entgegen §§ 12 und 13 Krankentransport ohne Genehmigung betreibt,
3.
entgegen § 15 Abs.1 in Verbindung mit § 54a des Personenbeförderungsgesetzes die Auskunft nicht, unrichtig, nicht vollständig oder nicht fristgemäß erteilt, die Bücher oder Geschäftspapiere nicht vollständig oder nicht fristgemäß vorlegt oder die Duldung von Prüfungen verweigert,
4.
entgegen § 19 Abs.3 die Erreichbarkeit und Einsatzbereitschaft seines Betriebs während der festgesetzten Betriehszeiten nicht sicherstellt.
(2) Ordnungswidrig handelt auch, wer vorsätzlich oder fahrlässig einer Rechtsvorsehrift zuwiderhandelt, die auf Grund dieses Gesetzes erlassen worden ist, soweit die Rechtsvorschrift ausdrücklich auf diese Vorschrift verweist.
(3) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu fünftausend Euro geahndet werden.
(4) Zuständige Verwaltungsbehörden ml Sinne des § 36 Abs.1 Nr.1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten sind die Genehmigungshehörden.
§§§
§_24 SRettG (F)
Übergangsregelungcn
(1) Die Trägerschaft der Rettungsleitstelle geht zum 1.Januar 2004 vom Saarland auf den Rettungszweckverband über.
(2) 1Die Arbeitsverhältnisse der im Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens dieses Gesetzes bei der Rettungsleitstelle beschäftigten Arbeitnehmer und Arheitnehmerinnen des Landes gehen mit deren Zustimmung auf den Rettungszweckverband über.
2Für die übergegangenen Arbeitsverhältnisse gelten die für den kommunalen Bereich vereinbarten tariflichen Regelungen, wobei der bisherige Besitzstand gewahrt wird.
3Die Eingruppierung erfolgt mindestens in der Vergütungsgruppe, in der der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin vor dem Übergang des Arbeitsverhältnisses beim Land eingruppiert war.
4Ergibt sich im Einzelfall eine Vergütungsminderung, so ist diese auszugleichen.
5Bei der Berechnung von Beschäftigungs- und Dienstzeit, von Zeiten einer Tätigkeit oder Bewährung für einen Aufstieg oder der Gewährung der Vergütungsgruppenzulage sowie bei allen sonstigen von der Erfüllung bestimmter Zeiten bei demselben Arbeitgeber abhängenden tariflichen Leistungen und zusatzversorgungsrechtlichen Ansprüchen werden die beim Land erreichten Zeiten berücksichtigt.
(3) 1Für die im Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens dieses Gesetzes bei der Rettungsleitstelle beschäftigten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen des Landes, deren Arbeitsverhältnisse übergehen, führt die Personalvertretung ihre Geschäfte weiter.
2Die §§ 11 und 23 des Saarländischen Personalvertretungsgesetzes bleiben unberührt.
3§ 116 des Saarländischen Personalvertretungsgesetzes findet Anwendung.
(4) Das bewegliche Vermögen der Rettungsleitstelle, insbesondere die Einrichtungsgegenstände und die Datenverarbeitungsanlage, geht zum Zeitpunkt des Wechsels der Trägerschaft in das Eigentunl des Rettungszweckvcrbandes über.
(5) ...(3)
(6) 1Der Rettungszweckverhand erhält vom Land für einen Übergangszeitraum bis zum 31.Dezember 2006 einen Teilausgleich der Personalkosten der Rettungsleitstelle.
2Der Ausgleich beträgt im Jahre 2004 75 von Hundert, im Jahre 2005 50 vom Hundert und im Jahre 2006 25 vom Hundert der für das Jahr 2003 festgestellten Personalkosten der Bediensteten des Landes, deren Arbeitsverhältnisse auf den Rettungszweckverband übergegangen sind.
3Der Ausgleich wird für jeweils ein Haushaltsjahr bis zum 30.November in einer Summe gewährt.
(7) Die planerischen und organisatorischen Maßnahmen zur Erreichung der Hilfsfrist von zwölf Minuten in § 6 Abs.3 sind bis zum 31.Dezember 2005 ahzuschließen.
(8) Die infolge der Erweiterung der Notfallrettung um die Bewältigung von Notfallereignissen mit einer größeren Anzahl von Verletzten oder Kranken (2) in § 2 Abs.2 Satz 4 zu treffenden Vorbereitungen für den Einsatz des notwendigen Personals und zusätzlicher Rettungsmittel sind bis zum 31.Dezember 2005 abzuschließen.
(9) Abweichend von § 4 Abs.1 Satz 4 können bis zum 31.Dezember 2005 Notarzt-Einsatzfahrzeuge statt mit einen Rettungsassistenten oder einer Rettungsassistentin auch mit einem Rettungssanitäter oder einer Rettungssanitäterin besetzt werden.
(10) Die vom Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport (1) vor dem 1.Januar 2004 ausgesprochenen Bestellungen zum Leitenden Notarzt oder zur Leitenden Notärztin gelten weiter.
(11) Notärzte und Notärztinnen, die vor der am 2.Mai 2001 in Kraft getretenen Änderung der Weiterbildungsordnung für die Arzte des Saarlandes im Saarland oder vor entsprechenden Stichtagen im Zuständigkeitsbereich anderer Ärztekammern oder im Zuständigkeitsbereich einer Arztekammer, die die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin nicht eingeführt hat, den Fachkundenachweis Rettungsdienst erworben haben, dürfen auch ohne die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin in der Notfallrettung eingesetzt werden.
§§§
§_25 SRettG
In-Kraft-Treten, Außer-Kraft-Treten
1Dieses Gesetz tritt am Tage nach seiner Verkündung in Kraft.
2Das Gesetz über den Rettungsdienst (RDG) vom 24.März 1975 (Amtsbl.S.545) sowie die Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über den Rettungsdienst vom 22.Februar 1979 (Amtsbl.S.131) treten gleichzeitig außer Kraft.

Abschnitt 1
Allgemeine Regelungen
§ 1 Geltungsbereich
Dieses Gesetz regelt Notfallrettung und Krankentransport als öffentliche Aufgabe (Rettungsdienst)
sowie die Zulassung von Unternehmern und Unternehmerinnen zum Krankentransport. Es gilt nicht
für
1. Beförderungen von kranken und behinderten Personen, die während des Transportes keiner
fachgerechten medizinischen Hilfe oder Betreuung bedürfen;
2. Beförderungen innerhalb des Geländes einer medizinischen Behandlungseinrichtung mit
eigenen Fahrzeugen und eigenem Personal;
3. Beförderungen mit betriebseigenen Fahrzeugen und betriebseigenem Personal im Zusammenhang
mit Maßnahmen, die im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung ergriffen
werden.
§ 2 Aufgaben
(1) Der Rettungsdienst ist eine Aufgabe der Gefahrenabwehr und der Gesundheitsvorsorge. Er
hat die bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Notfallrettung und
Krankentransport sicherzustellen.
(2) Gegenstand der Notfallrettung ist es, Notfallpatienten oder Notfallpatientinnen am Notfallort
medizinisch zu versorgen, die Transportfähigkeit herzustellen und sie unter medizinisch-fachlicher
Betreuung in eine für die weitere Versorgung geeignete Einrichtung zu befördern. Sie umfasst auch
die Beförderung von Notfallpatienten oder Notfallpatientinnen zu weiterführenden diagnostischen
Einrichtungen und geeigneten Behandlungseinrichtungen unter intensivmedizinischen Bedingungen
(Intensivtransport). Notfallpatienten oder Notfallpatientinnen sind Personen, die sich infolge Verletzung,
Krankheit oder aus sonstigen Gründen entweder in Lebensgefahr befinden oder bei denen
schwere gesundheitliche Schäden zu erwarten sind, wenn sie nicht unverzüglich medizinische Hilfe
erhalten. Zur Notfallrettung gehört auch die Bewältigung von Notfallereignissen unterhalb der Katastrophenschwelle
mit einer größeren Anzahl von Verletzten oder Kranken (Großschadensereignis).
Notfallrettung ist ausschließlich eine öffentliche Aufgabe.
(3) Gegenstand des Krankentransports ist die Beförderung von Kranken, Verletzten oder sonst
hilfsbedürftigen Personen, die keine Notfallpatienten oder Notfallpatientinnen sind, und die fachgerechte
Betreuung durch dafür qualifiziertes Personal.
(4) Der Rettungsdienst kann weitere Aufgaben der Gesundheitsvorsorge übernehmen, wenn
dadurch die rettungsdienstlichen Aufgaben nicht beeinträchtigt werden und die Erstattung des Aufwandes
geregelt ist.
§ 3 Rettungsdienstfahrzeuge
(1) Für den Rettungsdienst sind Krankenkraftwagen, Notarzt-Einsatzfahrzeuge und Luftfahrzeuge
einzusetzen.
(2) Krankenkraftwagen sind Fahrzeuge, die für die Notfallrettung oder den Krankentransport
besonders eingerichtet und nach dem Fahrzeugschein als Krankenkraftwagen anerkannt sind
(Krankentransportwagen, Notfallkrankenwagen, Rettungswagen). Notarzt-Einsatzfahrzeuge sind
Fahrzeuge mit spezieller Ausstattung zum Transport des Notarztes oder der Notärztin und der medizinisch-
technischen Ausstattung an den Einsatzort.
(3) Rettungsdienstfahrzeuge müssen den allgemein anerkannten Regeln der Technik und dem
Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechen.
(4) Rettungsdienstfahrzeuge einschließlich des Rettungsmaterials sowie des Gerätes zur Lagerung
und zum Transport von Verletzten oder Erkrankten sind Rettungsmittel.
§ 4 Personal
(1) Rettungsdienstfahrzeuge sind im Einsatz mit mindestens zwei fachlich und gesundheitlich
geeigneten Personen zu besetzen. Bei der Notfallrettung hat mindestens ein Rettungsassistent oder
eine Rettungsassistentin, beim Krankentransport mindestens ein Rettungssanitäter oder eine Rettungssanitäterin
den Patienten oder die Patientin zu betreuen. Eine im Krankenkraftwagen als Fahrer
oder Fahrerin eingesetzte Person ist fachlich geeignet, wenn sie zumindest über eine abgeschlossene
Sanitätsausbildung verfügt. Notarzt-Einsatzfahrzeuge sind neben dem Notarzt oder der
Notärztin mit einem Rettungsassistenten oder einer Rettungsassistentin zu besetzen. Rettungshubschrauber
müssen neben dem Piloten oder der Pilotin mit einem Rettungsassistenten oder einer
Rettungsassistentin, der oder die eine für den Einsatz auf Luftrettungsmitteln erforderliche Zusatzausbildung
abgelegt hat, und einem Notarzt oder einer Notärztin besetzt sein.
(2) Für die Notfallrettung ist die erforderliche Zahl von Notärzten und Notärztinnen sicherzustellen.
Der Notarzt oder die Notärztin muss über die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin verfügen. Er
oder sie kann dem Personal im Einsatz in fachlichen Fragen Weisungen erteilen.
(3) Wer Notfallrettung oder Krankentransport betreibt, ist verpflichtet, für eine regelmäßige Fortbildung
des Personals zu sorgen. Die Fortbildung hat sich darauf zu richten, dass das Personal den
aktuellen medizinischen und technischen Anforderungen gerecht wird. Das Ministerium für Justiz,
Gesundheit und Soziales1 wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Ministerium für Inneres, Familie,
Frauen und Sport2 durch Rechtsverordnung Vorschriften zu erlassen über Inhalt, Dauer und
Durchführung der Fortbildung sowie über das Anerkennungs- und Prüfungsverfahren.
(4) Das Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales3 wird ermächtigt, im Einvernehmen mit
dem Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport4 durch Rechtsverordnung Vorschriften zu
erlassen über die Ausbildung und Prüfung von Rettungssanitätern und Rettungssanitäterinnen sowie
über die Anerkennung entsprechender Befähigungsnachweise von Staatsangehörigen der übrigen
EU-Mitgliedstaaten oder diesen gleichgestellten Personen.
Abschnitt 2
Rettungsdienst
§ 5 Träger
(1) Der Rettungsdienst ist eine den Landkreisen und dem Stadtverband Saarbrücken übertragene
staatliche Aufgabe. Die Landkreise und der Stadtverband Saarbrücken bilden einen Rettungszweckverband.
Die Aufsicht führt das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport1.
(2) Notfallrettung und Krankentransport mit Luftfahrzeugen sind eine Aufgabe des Landes, die
dem Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport2 obliegt. Ihre Durchführung kann ganz oder
teilweise Dritten übertragen werden.
§ 6 Organisation
(1) Mit Zustimmung des Ministeriums für Inneres, Familie, Frauen und Sport3 regelt der Rettungszweckverband
den Auf- und Ausbau des Rettungsdienstes und legt die Standorte der notwendigen
Rettungswachen und die Art und Zahl der zur Notfallrettung notwendigen Rettungsdienstfahrzeuge
so fest, dass ein leistungsfähiger und wirtschaftlicher Einsatz des Rettungsdienstes sichergestellt
ist.
(2) Die Rettungswachen halten die notwendigen Rettungsdienstfahrzeuge und das notwendige
Personal einsatz- und abrufbereit. Rettungswachen sind soweit möglich in Krankenhäusern unterzubringen.
Vor dem Neu-, Um- oder Erweiterungsbau von Krankenhäusern ist zu prüfen, ob sie den
Rettungsdienst aufnehmen können. Der Rettungszweckverband trifft durch Vereinbarungen mit den
Krankenhausträgern Vorsorge, dass in ihren Krankenhäusern Ärzte und Ärztinnen für Einsätze im
Rettungsdienst einsatzbereit sind.
(3) Die Notfallrettung ist so zu planen, dass ein geeignetes Rettungsmittel jeden an einer öffentlichen
Straße gelegenen Notfallort innerhalb einer Hilfsfrist von zwölf Minuten erreichen kann und
die Hilfsfrist grundsätzlich in 95 vom Hundert aller an einer öffentlichen Straße zu erwartenden Notfalleinsätze
eingehalten werden kann. Satz 1 gilt nicht für die Vorhaltung zur Bewältigung von Großschadensereignissen
und nicht für den Intensivtransport. Die Hilfsfrist umfasst den Zeitraum vom
Eingang einer Notfallmeldung bei der zuständigen Rettungsleitstelle bis zum Eintreffen eines geeigneten
Rettungsmittels am Notfallort.
(4) Vor Entscheidungen über Neu- und Erweiterungsinvestitionen für den Rettungsdienst, die
sich auf die Betriebskosten auswirken, sind die Krankenkassen oder deren Verbände und der Verband
der privaten Krankenversicherung e. V. - Landesausschuss Saarland - zu hören.
§ 6a Grenzüberschreitender Rettungsdienst
Die Regelung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rettungsdienst ist eine Aufgabe des
Landes. Vereinbarungen, die Auswirkungen auf das Einsatzgebiet und das Einsatzpotenzial des
bodengebundenen Rettungsdienstes im Saarland haben, erfolgen unter Beteiligung des Rettungszweckverbandes.
§ 6b Wasserrettung
Die Organisation und die Durchführung des Wasserrettungsdienstes regelt der Rettungszweckverband
mit geeigneten Trägern durch Vereinbarung.
§ 7 Rettungsleitstelle
(1) Der Rettungszweckverband ist Träger der Rettungsleitstelle. Er kann die Rettungsleitstelle
selbst betreiben oder eines seiner Mitglieder oder eine Gemeinde mit der Durchführung dieser Aufgabe
beauftragen. Die Rettungsleitstelle kann gemeinsam mit einer Feuerwehreinsatzzentrale betrieben
werden. Die Rettungsleitstelle lenkt alle Rettungseinsätze im ganzen Land. Sie kann dazu
dem im Rettungsdienst eingesetzten Personal Weisungen erteilen. Sie muss ständig betriebsbereit
und mit geeignetem Personal ausgestattet sein. Mit der Lenkung rettungsdienstlicher Einsätze beauftragte
Personen müssen die Qualifikation als Rettungsassistent oder Rettungsassistentin haben
und sind regelmäßig fortzubilden. Die Rettungsleitstelle arbeitet mit den Krankenhäusern, den für
den vertragsärztlichen Notdienst zuständigen Stellen, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, der Polizei,
den Hilfsorganisationen und der Feuerwehr zusammen und wirkt im Katastrophenschutz mit.
(2) Die Rettungsleitstelle führt einen zentralen Bettennachweis und eine Übersicht über die bei
einem größeren Schadensereignis verfügbaren Versorgungs- und Behandlungskapazitäten. Die
Krankenhäuser sind verpflichtet, der Rettungsleitstelle die hierfür notwendigen Meldungen zu machen.
Die Rettungsleitstelle unterrichtet bei Notfällen die Krankenhäuser über eine bevorstehende
Aufnahme. Die Rettungsleitstelle führt eine Übersicht über die vertragsärztlichen Notdienste.
(3) Das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport1 wird ermächtigt, im Einvernehmen
mit dem Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales2 durch Rechtsverordnung Inhalt und Verfahren
der von den Krankenhäusern abzugebenden Meldungen zu regeln.
(4) Die Rettungsleitstelle ist Einsatzzentrale des Hausnotrufsystems und veranlasst Hilfe in Notfällen.
Die Rettungsleitstelle kann weitere Aufgaben, insbesondere die Alarmierung des vertragsärztlichen
Notdienstes, durch Vereinbarung übernehmen.
(5) Die Errichtung einer Integrierten Leitstelle und die gemeinsame Nutzung der Notrufnummer
112 für Rettungsdienst und Feuerwehr werden durch ein besonderes Gesetz geregelt.
§ 8 Durchführung
(1) Der Rettungszweckverband überträgt die Durchführung des Rettungsdienstes durch öffentlich-
rechtlichen Vertrag Hilfsorganisationen (Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsche Lebens-Rettungs-
Gesellschaft, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfallhilfe, Malteser-Hilfsdienst), Gemeinden oder
sonstigen Dritten (Beauftragte). Eine Mitwirkung im Rettungsdienst ist mit einer konkurrierenden
Betätigung im Krankentransport außerhalb des Rettungsdienstes unvereinbar. Bei Bedarf kann der
Rettungszweckverband eigene Einrichtungen des Rettungsdienstes schaffen und betreiben.
(2) Der Rettungszweckverband beaufsichtigt die mit der Durchführung des Rettungsdienstes
Beauftragten. Betreibt der Rettungszweckverband die Rettungsleitstelle nicht selbst, gilt Satz 1 für
den Betreiber der Rettungsleitstelle entsprechend. Die Aufsicht erstreckt sich auf die Rechtmäßigkeit
und Zweckmäßigkeit der Durchführung. Der Rettungszweckverband kann hierzu Weisungen
erteilen. Bei Aufgaben, die den Bereich der Gesundheitsverwaltung berühren, sind diese Behörden
zu beteiligen.
(3) Wird die Neu- oder Wiederbesetzung eines Rettungswachenbereichs erforderlich, so erfolgt
zu diesem Zweck eine öffentliche Ausschreibung durch den Rettungszweckverband. Der Rettungszweckverband
hat bei der Entscheidung eine effektive und wirtschaftliche Leistungserbringung zu
berücksichtigen.
(4) Der Rettungszweckverband hat ausreichende Vorbereitungen für die Sicherstellung des
Rettungsdienstes bei Großschadensereignissen zu treffen. Soweit in die Vorbereitungen Einsatzmittel
und Einsatzpersonal des Katastrophenschutzes einbezogen werden, erfolgt dies in Absprache
mit den Katastrophenschutzbehörden. Für das Einsatzpersonal des Katastrophenschutzes gilt bei
Einsätzen im Rettungsdienst Abschnitt IV des Landeskatastrophenschutzgesetzes entsprechend.
Der Rettungsdienst mit Fahrzeugen, die ausschließlich für Katastrophen oder Großschadensereignisse
vorgehalten werden, ist von der Beschränkung in § 2 Abs. 2 Satz 5 ausgenommen.
(5) Die rettungsdienstliche Einsatzorganisation bei Großschadensereignissen wird von der
Einsatzleitung Rettungsdienst geführt. Der Einsatzleitung Rettungsdienst gehören der Leitende
Notarzt oder die Leitende Notärztin und der Organisatorische Leiter oder die Organisatorische Leiterin
an. Sie haben für ihren jeweiligen Aufgabenbereich ein Weisungsrecht gegenüber den Einsatzkräften.
Die Bestellung der Einsatzleitung Rettungsdienst erfolgt durch den Rettungszweckverband.
(6) Das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport1 erlässt allgemeine Verwaltungsvorschriften
insbesondere über die Einsatzorganisation und vorbereitende Maßnahmen einschließlich
einer Medikamentenbevorratung zur Sicherstellung des Rettungsdienstes bei Großschadensereignissen.
§ 9 Ausgabentragung
(1) Zu den Ausgaben für die Errichtung der zur Notfallrettung notwendigen Rettungswachen und
deren Ausstattung gewähren das Land und der Rettungszweckverband einen Zuschuss zu je 25
vom Hundert. Gleiches gilt für die erstmalige Beschaffung und für die Ersatzbeschaffung der zur
Notfallrettung notwendigen Rettungsdienstfahrzeuge.
(2) Das Land gewährt im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel Zuschüsse zu den notwendigen
Ausgaben für die kommunikations- und informationstechnische Ausstattung, die fernmeldetechnischen
Infrastruktureinrichtungen sowie die Datenverarbeitungsprogramme der Rettungsleitstelle.
(3) Das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport2 wird ermächtigt, im Einvernehmen
mit dem Ministerium der Finanzen Verwaltungsvorschriften über die Zuschüsse des Landes nach
den Absätzen 1 und 2 zu erlassen.
(4) Die Aufgaben der Rettungsleitstelle nach § 7 Abs. 4 werden gegen Kostenerstattung erbracht.
(5) Die Ausgaben für den ärztlichen Leiter Rettungsdienst oder die ärztliche Leiterin Rettungsdienst
und die Einsatzleitung Rettungsdienst sind Kosten des Rettungsdienstes.
§ 10 Leistungsentgelte
(1) Für die nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen ansatzfähigen Kosten des Rettungsdienstes
einschließlich der Rettungsleitstelle und der Rettungsmittel, die den Trägern und Leistungserbringern
im Rahmen der bedarfsgerechten Aufgabenerfüllung bei sparsamer und wirtschaftlicher
Betriebsführung entstehen und nicht durch Zuschüsse nach § 9 Abs. 1 und 2 oder durch Kostenerstattung
nach § 9 Abs. 4 gedeckt sind, werden Leistungsentgelte erhoben. Die Leistungsentgelte
werden einheitlich für das Saarland zwischen dem Rettungszweckverband mit den Krankenkassen
oder deren Verbänden und dem Verband der privaten Krankenversicherung e. V. - Landesausschuss
Saarland - so vereinbart, dass die Kosten gedeckt sind. Bei Kostenüber- oder Kostenunterdeckung
auf Grund von Leistungsabweichungen oder unterschiedlichen Kostenstrukturen führt der
Rettungszweckverband einen angemessenen Ausgleich zwischen den Beauftragten durch.
(2) Kommt eine Vereinbarung nach Absatz 1 Satz 2 innerhalb von einem Monat nach Ablauf der
Entgeltvereinbarung nicht zu Stande, setzt der Rettungszweckverband die Gebühren durch Satzung
nach den Vorschriften des Kommunalabgabengesetzes fest. Die Gebühren sind so festzusetzen,
dass eine bedarfs- und fachgerechte rettungsdienstliche Versorgung unter Zugrundelegung einer
sparsamen und wirtschaftlichen Betriebsführung gewährleistet wird. Vor der Festsetzung sind die
Krankenkassen oder deren Verbände und der Verband der privaten Krankenversicherung e. V. -
Landesausschuss Saarland - zu hören. Die Satzung bedarf der Genehmigung des Ministeriums für
Inneres, Familie, Frauen und Sport1. Bis zum In-Kraft-Treten der Satzung gelten die zuletzt gültigen
Leistungsentgelte weiter.
(3) Die Leistungsentgelte für den Rettungsdienst mit Luftfahrzeugen werden vom Ministerium
für Inneres, Familie, Frauen und Sport2 mit den Krankenkassen oder deren Verbänden und dem
Verband der privaten Krankenversicherung e. V. - Landesausschuss Saarland - vereinbart. Kommt
eine Vereinbarung nicht zu Stande, setzt das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport3
die Leistungsentgelte durch Verordnung fest. Absatz 2 Sätze 2 und 3 gelten entsprechend.
§ 11 Beirat
(1) Das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport4 beruft einen Beirat für den Rettungsdienst.
Dem Beirat obliegt die Beratung des Ministeriums für Inneres, Familie, Frauen und
Sport5 in allen Fragen des Rettungsdienstes.
(2) Dem Beirat gehören an je ein Vertreter oder eine Vertreterin
1. des Ministeriums für Inneres, Familie, Frauen und Sport6,
2. des Ministeriums der Finanzen7,
3. des Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft,
4. des Ministeriums für Justiz, Gesundheit und Soziales8,
5. des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit1,
6. der Gesundheitsämter,
7. der Ärztekammer des Saarlandes,
8. des Rettungszweckverbandes Saar,
9. der im Rettungsdienst tätigen Beauftragten und der im Katastrophenschutz anerkannten
Hilfsorganisationen,
10. des Saarländischen Städte- und Gemeindetages,
11. des Landkreistages Saarland,
12. der Allgemeinen Ortskrankenkasse für das Saarland,
13. der Landesvertretung des Verbandes der Angestelltenkrankenkassen, zugleich für den Arbeiter-
Ersatzkassen-Verband,
14. der Landwirtschaftlichen Krankenkasse für das Saarland,
15. des Verbandes der BKK-IKK Arbeitsgemeinschaft Saarland,
16. des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V. - Landesausschuss Saarland -,
17. der Berufsgenossenschaften,
18. der Bundesknappschaft,
19. der Unfallkasse Saarland,
20. der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland,
21. des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Landesbezirk Saar,
22. der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e.V.,
23. der Saarländischen Krankenhausgesellschaft,
24. des Landesverbandes Verkehrsgewerbe Saarland e.V.,
25. des Bundesverbandes Eigenständiger Krankentransport- und Sanitätshilfsdienste e.V.,
26. der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Notärzte e.V.,
27. des Marburger Bundes.
Die Berufung der unter den Nummern 6 bis 27 genannten Mitglieder erfolgt durch das Ministerium
für Inneres, Familie, Frauen und Sport2 auf Vorschlag der nach Gesetz oder Satzung zuständigen
Organe. Das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport3 hat den Vorsitz im Beirat. Es erlässt
die Geschäftsordnung und führt die laufenden Geschäfte des Beirats.
(3) Die Mitglieder des Beirats üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich für die Dauer von fünf Jahren
aus. Mitglieder, deren Zugehörigkeit zu den von ihnen vertretenen Körperschaften, Anstalten und
Vereinigungen vorzeitig endet, scheiden aus. Für den Rest der Amtszeit wird ein neues Mitglied
berufen.
(4) Zu den Beratungen des Beirats können Vertreter oder Vertreterinnen weiterer Behörden,
Anstalten oder Vereinigungen sowie andere fachkundige Personen hinzugezogen werden.
Abschnitt 3
Zulassung von Unternehmern und Unternehmerinnen zum Krankentransport
§ 12 Genehmigungspflicht
(1) Wer Krankentransport außerhalb des öffentlichen Rettungsdienstes betreiben will (Unternehmer
oder Unternehmerin), muss im Besitz einer Genehmigung sein. Der Unternehmer oder die Unternehmerin hat den Betrieb in eigenem Namen, unter eigener Verantwortung und für eigene
Rechnung zu führen. Eine Genehmigung ist auch erforderlich für eine Erweiterung oder eine wesentliche
Änderung des Betriebs.
(2) Von der Genehmigungspflicht ausgenommen ist Krankentransport mit Fahrzeugen, die ausschließlich
für den Katastrophenfall oder für Großschadensereignisse vorgehalten werden.
(3) Das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport1 kann durch Rechtsverordnung weitere
Ausnahmen von der Genehmigungspflicht zulassen, wenn die ordnungsgemäße Durchführung
von Krankentransport gewährleistet ist.
§ 13 Umfang der Genehmigung
(1) Die Genehmigung wird dem Unternehmer oder der Unternehmerin für seine oder ihre Person
(natürliche oder juristische Person) und für die Ausübung von Krankentransport im Betriebsbereich
erteilt. Die Genehmigung umfasst die Art der einzelnen Krankenkraftwagen und Luftfahrzeuge
unter Angabe ihrer amtlichen Kennzeichen.
(2) Betriebsbereich des Krankenkraftwagens im Sinne dieses Gesetzes ist das Saarland.
§ 14 Genehmigungsbehörden
(1) Genehmigungsbehörden sind die Landkreise und im Stadtverband Saarbrücken die Landeshauptstadt
Saarbrücken. Sie erfüllen die Aufgabe als staatliche Aufgabe (Auftragsangelegenheit).
Den Landkreisen bleibt das Recht vorbehalten, eine Zusammenfassung von Genehmigungsbereichen
nach den Vorschriften des Gesetzes über die kommunale Gemeinschaftsarbeit zu vereinbaren.
Örtlich zuständig ist die Genehmigungsbehörde, in deren Bezirk das Unternehmen seinen
Sitz hat; hat das Unternehmen seinen Sitz außerhalb des Landes, ist das Ministerium für Inneres,
Familie, Frauen und Sport2 zuständig.
(2) Für die Genehmigung des Krankentransports mit Luftfahrzeugen ist das Ministerium für Inneres,
Familie, Frauen und Sport3 zuständig. Die luftverkehrsrechtliche Zulassung und Genehmigung
bleiben unberührt.
§ 15 Anwendung des Personenbeförderungsgesetzes
(1) Soweit die Vorschriften dieses Gesetzes keine anderen Regelungen treffen, gelten für Antragstellung,
Verfahren, Inhalt der Genehmigung, Genehmigungsurkunde, Rechtsfolgen beim Tod
des Unternehmers oder der Unternehmerin, Haftung sowie für die Aufsicht über den Unternehmer
oder die Unternehmerin die §§ 12, 15, 17, 19, 23, 54 und 54a des Personenbeförderungsgesetzes
entsprechend.
(2) Im Antrag ist anzugeben, welcher Standort für den Krankenkraftwagen oder das Luftfahrzeug
vorgesehen ist. Der Standort wird in die Genehmigungsurkunde aufgenommen.
§ 16 Voraussetzungen der Genehmigung
(1) Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn
1. die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Betriebs gewährleistet sind, insbesondere die
Qualifikation des vorgehaltenen Personals sichergestellt ist,
2. keine Tatsachen vorliegen, welche die Unzuverlässigkeit des Antragstellers oder der
Antragstellerin als Unternehmer oder Unternehmerin oder der für die Führung der Geschäfte
bestellten Person dartun,
3. der Antragsteller oder die Antragstellerin als Unternehmer oder Unternehmerin oder die für
die Führung der Geschäfte bestellte Person fachlich geeignet ist. Die fachliche Eignung wird
durch Ablegung einer Prüfung oder durch eine angemessene Tätigkeit in einem Unternehmen
nachgewiesen, das die beantragte Art der Tätigkeit zum Gegenstand hat. Den Wegfall
wesentlicher Voraussetzungen nach Nummer 1 und 3 hat der Unternehmer oder die Unternehmerin
der Genehmigungsbehörde mitzuteilen.
(2) Die Genehmigung ist zu versagen, wenn zu erwarten ist, dass durch ihren Gebrauch die
Funktionsfähigkeit des öffentlichen Rettungsdienstes gefährdet wird. Eine Gefährdung liegt dann
vor, wenn durch die Genehmigung die Vorhaltung des öffentlichen Rettungsdienstes an Krankentransportwagen
weniger als die Hälfte der Gesamtvorhaltung von öffentlichem Rettungsdienst und
genehmigten Krankentransportwagen von privaten Unternehmern und Unternehmerinnen beträgt.
Grundlage der Entscheidung der Genehmigungsbehörde ist ein vom Ministerium für Inneres, Familie,
Frauen und Sport1 zu führendes Verzeichnis der Zahl der Krankentransportwagen des öffentlichen
Rettungsdienstes und der genehmigten Krankentransportwagen von privaten Unternehmern
und Unternehmerinnen. Die Sätze 1 bis 3 gelten nicht für die Neuerteilung abgelaufener Genehmigungen
und den Austausch von Krankentransportwagen, soweit der Genehmigungsumfang unverändert
bleibt.
(3) Bei der Erteilung der Genehmigungen sind Neubewerber und Neubewerberinnen und
vorhandene Unternehmer und Unternehmerinnen angemessen zu berücksichtigen. Innerhalb der
Gruppen sollen die Antragsteller und Antragstellerinnen nach der zeitlichen Reihenfolge des Eingangs
der Anträge berücksichtigt werden. Einem Antragsteller oder einer Antragstellerin darf jeweils
nur eine Genehmigung erteilt werden, sofern nicht mehr Genehmigungen erteilt werden können als
Antragsteller und Antragstellerinnen vorhanden sind.
(4) Das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport2 wird ermächtigt, im Einvernehmen
mit dem Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales3 und dem Ministerium für Wirtschaft durch
Rechtsverordnung die erforderlichen Vorschriften zu erlassen über
1. den Nachweis der Genehmigungsvoraussetzungen nach Absatz 1 Nr. 1 bis 3; darin können
insbesondere Vorschriften enthalten sein über die Voraussetzungen, unter denen ein Betrieb
als leistungsfähig anzusehen ist, über die Zuverlässigkeit des Unternehmers oder der Unternehmerin
oder der für die Führung der Geschäfte bestellten Person sowie über die Voraussetzungen,
unter denen eine Tätigkeit angemessen ist, über den Prüfungsstoff, den Prüfungsausschuss
und das Prüfungsverfahren; außerdem kann bestimmt werden, in welchen
Fällen Unternehmer oder Unternehmerinnen, Inhaber oder Inhaberinnen von Abschlusszeugnissen
für staatlich anerkannte Ausbildungsberufe und Absolventen oder Absolventinnen
von Hoch- und Fachschulen vom Nachweis der angemessenen Tätigkeit oder der Ablegung
einer Prüfung befreit werden;
2. den Betrieb des Unternehmens, insbesondere über die Sicherheit und Ordnung des Betriebs,
die Anforderungen an die Ausrüstung, die Beschaffenheit und die Untersuchungen
der Fahrzeuge sowie die gesundheitlichen Anforderungen mit der Maßgabe, dass das im
Krankentransport eingesetzte Personal auch dann seine Tätigkeit nicht ausüben darf, wenn
es oder Angehörige seiner häuslichen Gemeinschaft krank, krankheitsverdächtig, Ausscheider
oder ausscheidungsverdächtig im Sinne von § 2 des Infektionsschutzgesetzes sind;
3. die Anforderungen an die Befähigung, Eignung und das Verhalten des Personals sowie über
die Bestellung, Bestätigung und Prüfung von Betriebsleitern oder Betriebsleiterinnen sowie
deren Aufgaben und Befugnisse.
§ 17 Nebenbestimmungen
(1) Die Genehmigung kann unter Bedingungen und Auflagen erteilt werden. Die Genehmigung
kann insbesondere mit Auflagen versehen werden, welche
1. die dem Unternehmer oder der Unternehmerin obliegende Betriebs- und Beförderungspflicht
sowie die Einsatzbereitschaft näher bestimmen,
2. die Einhaltung bestimmter Wartezeiten vorschreiben,
3. die ordnungsgemäßen gesundheitlichen und hygienischen Verhältnisse einschließlich einer
sachgerechten Desinfektion und Dekontamination im Unternehmen zum Ziel haben,
4. die Zusammenarbeit der Unternehmer und Unternehmerinnen untereinander und mit den für
den Rettungsdienst zuständigen Stellen regeln,
5. den Unternehmer oder die Unternehmerin verpflichten, die Beförderungsaufträge und deren
Abwicklung zu erfassen und die Aufzeichnung auf bestimmte Zeit aufzubewahren.
(2) Die Genehmigung ist dem Unternehmer oder der Unternehmerin für die Dauer von höchstens
vier Jahren zu erteilen.
§ 18 Rücknahme und Widerruf der Genehmigung
(1) Die Genehmigungsbehörde hat die Genehmigung zurückzunehmen, wenn bei ihrer Erteilung
eine der Voraussetzungen nach § 16 nicht vorgelegen hat oder zu widerrufen, wenn eine dieser
Voraussetzungen nachträglich weggefallen ist. Die erforderliche Zuverlässigkeit des Unternehmers
oder der Unternehmerin ist insbesondere nicht mehr gegeben, wenn in seinem oder ihrem Betrieb
trotz schriftlicher Mahnung
1. die im Interesse der öffentlichen Sicherheit erlassenen Vorschriften nicht befolgt werden
oder
2. den Verpflichtungen zuwidergehandelt wird, die dem Unternehmer oder der Unternehmerin
nach diesem Gesetz oder nach den auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsvorschriften
obliegen.
(2) Die Genehmigungsbehörde kann die Genehmigung insbesondere widerrufen, wenn der Unternehmer
oder die Unternehmerin die ihm oder ihr gesetzlich obliegenden arbeitsrechtlichen, sozialrechtlichen
oder die sich aus seinem oder ihrem Unternehmen ergebenden steuerrechtlichen Verpflichtungen
wiederholt nicht erfüllt hat. Auf Verlangen der Genehmigungsbehörde hat der Unternehmer
oder die Unternehmerin den Nachweis der Erfüllung dieser Verpflichtungen zu führen.
(3) Im Übrigen bleiben die Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes über die
Rücknahme und den Widerruf von Verwaltungsakten unberührt.
§ 19 Betriebspflicht, Einsatzbereitschaft
(1) Der Unternehmer oder die Unternehmerin ist verpflichtet, den Betrieb ordnungsgemäß
einzurichten und während der Dauer der Genehmigung entsprechend aufrechtzuerhalten.
(2) Die Genehmigungsbehörde kann dem Unternehmer oder der Unternehmerin für die Aufnahme
des Betriebs eine Frist setzen.
(3) Der Unternehmer oder die Unternehmerin hat die Erreichbarkeit und Einsatzbereitschaft
seines oder ihres Betriebs während der festgesetzten Betriebszeiten sicherzustellen.
§ 20 Leistungspflicht
(1) Krankentransport darf nur durchgeführt werden, wenn der Ausgangs- oder Zielort im Betriebsbereich
liegen. Weisungen der Rettungsleitstelle bleiben unberührt.
(2) Der Unternehmer oder die Unternehmerin ist im Rahmen der ihm oder ihr erteilten Genehmigung
zum Krankentransport verpflichtet, wenn
1. der Ausgangspunkt innerhalb des Betriebsbereichs des Krankenkraftwagens oder des Luftfahrzeuges
liegt und
2. dies nicht durch Umstände verhindert wird, die der Unternehmer oder die Unternehmerin
nicht abwenden konnte.
(3) Die Beförderung darf nicht deshalb abgelehnt werden, weil ein rechtswirksamer Vertrag
nicht vorliegt oder die Entrichtung des Entgelts nicht gesichert ist.
(4) Der im Krankentransport tätige Unternehmer oder die im Krankentransport tätige Unternehmerin
ist zu Einsätzen in der Notfallrettung verpflichtet, wenn ihn oder sie die Rettungsleitstelle hierzu
beauftragt. Die Notfallrettung hat Vorrang vor dem Krankentransport.
Abschnitt 4
Informationsverarbeitung, Qualitätssicherung
§ 21 Datenschutz
(1) Für die Verarbeitung personenbezogener Daten gelten die Bestimmungen des Saarländischen
Datenschutzgesetzes.
(2) Die Übermittlung personenbezogener Daten ist nur zulässig, wenn der oder die Betroffene
eingewilligt hat, ein Gesetz die Übermittlung erlaubt oder soweit dies erforderlich ist
1. zur Versorgung des Patienten oder der Patientin,
2. zur Durchführung der Abrechnung,
3. zur Durchsetzung von Leistungsentgelten gegenüber dem oder der Betroffenen,
4. zur Unterrichtung von Angehörigen, soweit der oder die Betroffene nicht einen gegenteiligen
Willen kundgetan hat oder sonstige Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine Übermittlung
nicht angebracht ist.
§ 13 Abs. 3 des Saarländischen Datenschutzgesetzes bleibt unberührt.
(3) Bei der Rettungsleitstelle eingehende Anrufe dürfen ohne Einwilligung des Anrufers oder der
Anruferin vorübergehend auf Tonträger aufgezeichnet werden. Die Aufzeichnungen sind spätestens
nach sechs Monaten zu löschen. Dies gilt nicht, wenn sich während dieses Zeitraumes ergibt, dass
die Aufzeichnungen voraussichtlich noch als Beweismittel benötigt werden.
(4) Die bei der Dokumentation anfallenden Daten können innerhalb des Rettungsdienstes in
nicht patientenbezogener Form für Zwecke der Qualitätssicherung und Effizienzkontrolle ausgewertet
werden.
§ 21a Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Ärztliche Leiterin Rettungsdienst und Qualitätssicherung
(1) Der ärztliche Leiter Rettungsdienst oder die ärztliche Leiterin Rettungsdienst wird auf Vorschlag
des Ministeriums für Inneres, Familie, Frauen und Sport1 durch den Rettungszweckverband
bestellt. Der Vorschlag erfolgt im Benehmen mit der Ärztekammer des Saarlandes und der Kassenärztlichen
Vereinigung Saarland. Der ärztliche Leiter Rettungsdienst oder die ärztliche Leiterin Rettungsdienst
muss über die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin verfügen. Eine Abberufung des ärztlichen
Leiters Rettungsdienst oder der ärztlichen Leiterin Rettungsdienst ist nur aus wichtigem Grund
und nur mit Zustimmung des Ministeriums für Inneres, Familie, Frauen und Sport2 möglich.
(2) Der ärztliche Leiter Rettungsdienst oder die ärztliche Leiterin Rettungsdienst hat den Stand
der Qualitätssicherung im medizinischen Bereich des Rettungsdienstes festzustellen, den sich daraus
ergebenden Weiterentwicklungsbedarf zu benennen, eingeführte Qualitätssicherungsmaßnahmen
auf ihre Wirksamkeit hin zu bewerten und Empfehlungen für eine an einheitlichen Grundsätzen
ausgerichtete Qualitätssicherung im Rettungsdienst einschließlich ihrer Umsetzung zu erarbeiten.
Zur Erfüllung seiner oder ihrer Aufgaben kann der ärztliche Leiter Rettungsdienst oder die ärztliche
Leiterin Rettungsdienst von den im Rettungsdienst mitwirkenden Personen und Stellen nicht patientenbezogene
Auskünfte, Aufzeichnungen und aktuelle Dokumentationen verlangen.
(3) Der ärztliche Leiter Rettungsdienst oder die ärztliche Leiterin Rettungsdienst soll insbesondere
1. den Rettungszweckverband bei allen medizinischen Fragen und bei Entscheidungen über
Zahl, Standort und Ausstattung von rettungsdienstlichen Einrichtungen fachlich beraten und
unterstützen;
2. im Zusammenwirken mit dem Rettungszweckverband und den Katastrophenschutzbehörden
die Grundlagen für eine effektive medizinisch-organisatorische Planung und Leitung des rettungs-
und sanitätsdienstlichen Instrumentariums bei Großschadensereignissen schaffen;
3. im Zusammenwirken mit dem Rettungszweckverband, den mit der Notfallrettung Beauftragten
und den Notärzten und Notärztinnen eine weitgehend einheitliche pharmakologische und
medizin-technische Ausstattung und Ausrüstung der Fahrzeuge festlegen;
4. auf der Grundlage von Dokumentationen die Einsatzstrategien und das Einsatzgeschehen in
der Rettungsleitstelle überwachen und zusammen mit dem Rettungszweckverband durch
Fortschreibung der Dispositionsanweisungen und gezielter Fort- und Weiterbildung des Personals
optimieren;
5. auf der Grundlage von Dokumentationen die Versorgung der Notfallpatienten und Notfallpatientinnen
durch ärztliches und nichtärztliches Personal überwachen und zusammen mit
dem Rettungszweckverband und den Notärzten und Notärztinnen Empfehlungen für ärztliches
Personal sowie Behandlungsrichtlinien für nichtärztliches Personal erarbeiten;
6. gewonnene Erkenntnisse gezielt in die Fort- und Weiterbildung des Rettungsdienstpersonals
und der Notärzte und Notärztinnen einbringen sowie als Anregungen an die Ausbildungsstätten
geben.
Empfehlungen und Vorschläge des ärztlichen Leiters Rettungsdienst oder der ärztlichen Leiterin
Rettungsdienst an den Rettungszweckverband zu medizinischen Fragen und zu Zahl, Standort oder
Ausstattung von rettungsdienstlichen Einrichtungen sind von der Verbandsversammlung bei nächster
Gelegenheit zu behandeln.
(4) Der ärztliche Leiter Rettungsdienst oder die ärztliche Leiterin Rettungsdienst erstellt jährlich
einen Bericht über den Stand der Qualitätssicherung im Rettungsdienst.
Abschnitt 5
Schlussvorschriften
§ 22 Verwaltungsvorschriften
Die zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Verwaltungsvorschriften erlässt das Ministerium
für Inneres, Familie, Frauen und Sport1.
§ 23 Ordnungswidrigkeiten
(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
1. entgegen § 4 Abs. 1 Personal einsetzt, das die fachlichen Anforderungen nicht erfüllt,
2. entgegen §§ 12 und 13 Krankentransport ohne Genehmigung betreibt,
3. entgegen § 15 Abs. 1 in Verbindung mit § 54a des Personenbeförderungsgesetzes die Auskunft
nicht, unrichtig, nicht vollständig oder nicht fristgemäß erteilt, die Bücher oder Geschäftspapiere
nicht vollständig oder nicht fristgemäß vorlegt oder die Duldung von Prüfungen
verweigert,
4. entgegen § 19 Abs. 3 die Erreichbarkeit und Einsatzbereitschaft seines Betriebs während
der festgesetzten Betriebszeiten nicht sicherstellt.
(2) Ordnungswidrig handelt auch, wer vorsätzlich oder fahrlässig einer Rechtsvorschrift zuwiderhandelt,
die auf Grund dieses Gesetzes erlassen worden ist, soweit die Rechtsvorschrift ausdrücklich
auf diese Vorschrift verweist.
(3) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu fünftausend Euro geahndet werden.
(4) Zuständige Verwaltungsbehörden im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten
sind die Genehmigungsbehörden.
§ 24 Übergangsregelungen
(1) Die Trägerschaft der Rettungsleitstelle geht zum 1. Januar 2004 vom Saarland auf den Rettungszweckverband
über.
(2) Die Arbeitsverhältnisse der im Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens dieses Gesetzes bei der Rettungsleitstelle
beschäftigten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen des Landes gehen mit deren
Zustimmung auf den Rettungszweckverband über. Für die übergegangenen Arbeitsverhältnisse
gelten die für den kommunalen Bereich vereinbarten tariflichen Regelungen, wobei der bisherige
Besitzstand gewahrt wird. Die Eingruppierung erfolgt mindestens in der Vergütungsgruppe, in der
der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin vor dem Übergang des Arbeitsverhältnisses beim Land
eingruppiert war. Ergibt sich im Einzelfall eine Vergütungsminderung, so ist diese auszugleichen.
Bei der Berechnung von Beschäftigungs- und Dienstzeit, von Zeiten einer Tätigkeit oder Bewährung
für einen Aufstieg oder der Gewährung der Vergütungsgruppenzulage sowie bei allen sonstigen von
der Erfüllung bestimmter Zeiten bei demselben Arbeitgeber abhängenden tariflichen Leistungen und
zusatzversorgungsrechtlichen Ansprüchen werden die beim Land erreichten Zeiten berücksichtigt.
(3) Für die im Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens dieses Gesetzes bei der Rettungsleitstelle beschäftigten
Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen des Landes, deren Arbeitsverhältnisse übergehen, führt
die Personalvertretung ihre Geschäfte weiter. Die §§ 11 und 23 des Saarländischen Personalvertretungsgesetzes
bleiben unberührt. § 116 des Saarländischen Personalvertretungsgesetzes findet
Anwendung.
(4) Das bewegliche Vermögen der Rettungsleitstelle, insbesondere die Einrichtungsgegenstände
und die Datenverarbeitungsanlage, geht zum Zeitpunkt des Wechsels der Trägerschaft in das
Eigentum des Rettungszweckverbandes über.
(5) Das Land überlässt dem Rettungszweckverband mietfrei die Nutzung des für Zwecke der
Rettungsleitstelle dienenden Teils des Verwaltungsgebäudes, in dem die Rettungsleitstelle und die
Hubschrauberstation untergebracht sind. Der Rettungszweckverband ist verpflichtet, sich an den
Grundstücksunterhaltungskosten nach dem Umfange der Mitbenutzung zu beteiligen. Die Überlassung
endet mit einer Nutzungsänderung.
(6) Der Rettungszweckverband erhält vom Land für einen Übergangszeitraum bis zum 31. Dezember
2006 einen Teilausgleich der Personalkosten der Rettungsleitstelle. Der Ausgleich beträgt
im Jahre 2004 75 vom Hundert, im Jahre 2005 50 vom Hundert und im Jahre 2006 25 vom Hundert
der für das Jahr 2003 festgestellten Personalkosten der Bediensteten des Landes, deren Arbeitsverhältnisse
auf den Rettungszweckverband übergegangen sind. Der Ausgleich wird für jeweils ein
Haushaltsjahr bis zum 30. November in einer Summe gewährt.
(7) Die planerischen und organisatorischen Maßnahmen zur Erreichung der Hilfsfrist von zwölf
Minuten in § 6 Abs. 3 sind bis zum 31. Dezember 2005 abzuschließen.
(8) Die infolge der Erweiterung der Notfallrettung um die Bewältigung von Großschadensereignissen
in § 2 Abs. 2 Satz 4 zu treffenden Vorbereitungen für den Einsatz des notwendigen Personals
und zusätzlicher Rettungsmittel sind bis zum 31. Dezember 2005 abzuschließen.
(9) Abweichend von § 4 Abs. 1 Satz 4 können bis zum 31. Dezember 2005 Notarzt-
Einsatzfahrzeuge statt mit einem Rettungsassistenten oder einer Rettungsassistentin auch mit einem
Rettungssanitäter oder einer Rettungssanitäterin besetzt werden.
(10) Die vom Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport1 vor dem 1. Januar 2004 ausgesprochenen
Bestellungen zum Leitenden Notarzt oder zur Leitenden Notärztin gelten weiter.
(11) Notärzte und Notärztinnen, die vor der am 2. Mai 2001 in Kraft getretenen Änderung der
Weiterbildungsordnung für die Ärzte des Saarlandes im Saarland oder vor entsprechenden Stichtagen
im Zuständigkeitsbereich anderer Ärztekammern oder im Zuständigkeitsbereich einer Ärztekammer,
die die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin nicht eingeführt hat, den Fachkundenachweis
Rettungsdienst erworben haben, dürfen auch ohne die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin in der
Notfallrettung eingesetzt werden.
§ 25 In-Kraft-Treten, Außer-Kraft-Treten
Dieses Gesetz tritt am Tage nach seiner Verkündung in Kraft.
Das Gesetz über den Rettungsdienst (RDG) vom 24. März 1975 (Amtsbl. S. 545) sowie die Verordnung
zur Durchführung des Gesetzes über den Rettungsdienst vom 22. Februar 1979 (Amtsbl. S.
131) treten gleichzeitig außer Kraft.